Themen der Woche
🛡️ Modelle werden zu gut im digitalen Angriff
🌐 KI schreibt das Web, ChatGPT kündigt Werbung an
🧬 KI entwirft mögliche neue Medikamente
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🛡️ Modelle werden zu gut im digitalen Angriff
OpenAI hat Teile der Arbeit an seinen leistungsfähigsten Modellen pausiert. Vorläufige Tests deuten darauf hin, dass das kommende Modell Astra selbstständig kritische Sicherheitslücken finden und ausnutzen könnte.
OpenAI tritt auf die Bremse
OpenAI unterbrach das verstärkende Training seiner neuesten Modelle für zwei Wochen und hält den größten geplanten Trainingslauf weiter an. Bevor es weitergeht, sollen abgeschottete Arbeitsumgebungen, strengere Kontrollen und zusätzliche Sicherheitstests stehen.
Auch ein chinesisches Modell überrascht seine Entwickler
Z.ai berichtet bei GLM-5.3 von unerwartet schnell gewachsenen Cyberfähigkeiten. Die Gewichte sollen deshalb erst nach zusätzlichen Sicherheitsprüfungen veröffentlicht werden.
Aus einer Warnung wird eine konkrete Grenze
Beide Ergebnisse stammen von den Herstellern und wurden nicht unabhängig bestätigt. OpenAIs Pause zeigt dennoch: Mehr Leistung kann zusätzliche Schutzmaßnahmen schon vor der Veröffentlichung nötig machen.
🌐 KI schreibt das Web, ChatGPT kündigt Werbung an
KI verändert inzwischen beide Seiten des Internets: wie Inhalte entstehen und wie damit Geld verdient wird. Gleichzeitig versucht Google, Leser wieder gezielter zu den Quellen zu führen, denen sie vertrauen.
Auf jeder dritten neuen Seite finden sich KI-Spuren
Pew Research hat 490.000 englischsprachige Webseiten untersucht. Unter den Seiten, die seit dem Start von ChatGPT veröffentlicht wurden, zeigten 35 Prozent deutliche Anzeichen dafür, dass KI am Text beteiligt war; der verwendete Detektor kann einzelne Seiten allerdings falsch einordnen.
ChatGPT wird zur Werbefläche
OpenAI will den Werberollout in 31 europäischen Ländern in der kommenden Woche beginnen, darunter Österreich und Deutschland. Die Anzeigen sollen zunächst nur in Free und Go erscheinen, klar gekennzeichnet sein und laut OpenAI keinen Einfluss auf die Antworten haben.
Google gibt Lesern einen Quellenknopf
Verlage können einen neuen „Preferred Sources“-Button auf ihren Seiten einbauen. Wer darauf klickt, soll Beiträge dieser Quelle häufiger in Top Stories, AI Overviews und AI Mode sehen. Das ist ein kleines Gegengewicht in einem Netz, in dem Texte immer öfter automatisch entstehen und Antworten den Besuch auf der ursprünglichen Website ersetzen.
Quellen: Pew Research, TechCrunch, OpenAI und Google
🧬 KI entwirft mögliche neue Medikamente
Claude hat Proteinbinder für 15 biologische Ziele entworfen. Gleichzeitig meldeten Moderna und Merck positive Phase-3-Ergebnisse für eine personalisierte Melanomtherapie, bei der Algorithmen passende Tumormerkmale auswählen.
Der Entwurf kam von einer allgemeinen KI
Claude wählte Ansatzpunkte auf den Zielproteinen und steuerte spezialisierte Programme für Proteinstruktur und Faltung. Der Versuch dauerte je nach Aufbau 24 bis 48 Stunden.
Das Labor war der Wirklichkeitstest
Adaptyv Bio und Twist Bioscience produzierten die Entwürfe und prüften sie im Labor. Bei 14 der 15 Zielproteine fanden sie funktionierende Binder; ein fertiges Medikament ist daraus noch nicht entstanden.
Bei Krebs wird die Auswahl persönlich
Bei Moderna und Merck wählen Algorithmen für jeden Patienten bis zu 34 Tumormerkmale aus. Die aktuelle Phase-3-Meldung nennt eine klinisch bedeutsame Verbesserung, aber noch keine Effektgröße oder vollständigen Studiendaten.
Quellen: Anthropic, Moderna 2026 und Moderna 2023
Was du sonst noch wissen solltest ...
🏗️ OpenAI plant einen Rechenzentrumscampus mit bis zu acht Gigawatt – Der Campus in Ohio soll schrittweise bis 2032 entstehen; Genehmigungen, neue Kraftwerke, Leitungen und Finanzierung stehen teilweise noch aus. OpenAI
🧑🎓 ChatGPT bekommt eine eigene Jugendversion – Für 13- bis 17-Jährige kombiniert sie Lernmodus, stärkere Schutzvorkehrungen und Elternkontrollen. OpenAI
😟 Die Sorge vor Arbeitsplatzverlusten wächst – 52 Prozent der befragten US-Amerikaner sind eher besorgt als begeistert von KI, 71 Prozent erwarten dadurch langfristig weniger Arbeitsplätze. Pew Research
📚 Amazon kauft laut Recherche seltene Bücher für KI-Training – 404 Media verfolgte ein Exemplar zu einer Einrichtung, in der Mitarbeiter Bindungen abtrennen und Seiten einscannen. 404 Media
🌏 Alibaba zieht bei offenen KI-Modellen an Meta vorbei – Die Qwen-Familie kommt laut Alibaba und Hugging Face innerhalb von sechs Monaten auf mehr als drei Milliarden Downloads. Bloomberg
✈️ Google will Daten einer insolventen Fluggesellschaft kaufen – Spirit Airlines vereinbarte den Verkauf anonymisierter Buchungs-, Kommunikations- und Unternehmensdaten für zehn Millionen Dollar; die gerichtliche Genehmigung stand zum Berichtszeitpunkt noch aus. CNN
🎬 Hollywood-Verband vereinbart KI-Schutzmaßnahmen mit ByteDance – Die Motion Picture Association spricht von strengeren Regeln für Seedance und Seedream, nennt aber keine Details. Los Angeles Times
☁️ KI soll klimaschädliche Kondensstreifen vermeiden – Google und die britische Regierung testen im Nordatlantik, ob kleine Routenänderungen besonders erwärmende Kondensstreifen verhindern. Google
🖥️ Claude darf Browser und Dateien bedienen – Anthropic veröffentlicht Computer Use, Browser Use sowie Schnittstellen für Skills und Dateien für den Produktionseinsatz. Anthropic
🍎 Meta bringt seine KI als Mac-App – Die App kann freigegebene Bildschirminhalte auswerten, appübergreifend diktieren und Google Workspace einbinden. The Verge
Empfehlung der Woche 💡
How People Are Fixing AI’s Problems
Die 25-minütige Folge von The AI Daily Brief behandelt versteckte Kosten, zusätzlichen Prüfaufwand und Texte, die zwar schnell entstehen, aber niemand gedanklich besitzt. Es geht um die Reparaturen, die Unternehmen im laufenden Betrieb vornehmen.
Wer Junioraufgaben automatisiert, entfernt womöglich jene Übung, aus der spätere Fachleute entstehen. Die Folge stützt sich oft auf Unternehmensbeiträge und Beratungsstudien, stellt aber sehr praktische Fragen.
👉 Vollständige Episode auf YouTube ansehen (25:32)
Tool der Woche 🧞♂️
Perplexity Computer per E-Mail
Eine Aufgabe an [email protected] schicken, einen Thread weiterleiten oder den Agenten in Kopie setzen: Perplexity Computer liest den freigegebenen Verlauf samt Anhängen. Tabellen, PDFs oder Präsentationen kommen im selben E-Mail-Thread zurück.
Der Ablauf bleibt im Postfach, der Kontext im Thread. Die Funktion ist derzeit nur mit einem Pro- oder Max-Abo verfügbar.