Themen der Woche
🤝 Assistenten arbeiten weiter
🔐 Neue KI, neue Schutzfragen
👁️ Das Handy als Sehhilfe
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🤝 Assistenten arbeiten weiter
Die großen KI-Anbieter wollen mehr als Fragen beantworten: Ihre Assistenten sollen Aufgaben über längere Zeit verfolgen und in verbundenen Apps erledigen. Wer sie bereits nutzen kann und was sie selbst entscheiden dürfen, unterscheidet sich deutlich.
Weiterarbeiten ohne Chat
OpenAI startet dots, Assistenten mit einem eigenen Computer in der Cloud, die auch zwischen Gesprächen an beauftragten Zielen weiterarbeiten können. Microsoft stellt Copilot Home, Code und Autopilot vor: einen Einstieg für die tägliche Arbeit, eine Funktion zum Erstellen kleiner Anwendungen und einen dauerhaften Cloud-Assistenten. Gerade Autopilot soll wiederkehrende Aufgaben übernehmen und Projekte später fortsetzen können.
Zugriff auf unsere Apps
Meta erweitert Muse für kleine Unternehmen um Verbindungen zu Shops, Buchhaltung und Werbekonten und kündigt mit der Enterprise Platform eine neue Geschäftssäule an. Auch Grok bekommt geteilte Team Bots, die mit freigegebenen Dateien, Apps und Anweisungen arbeiten können. Meta sagt ausdrücklich, dass Muse nichts ohne Zustimmung veröffentlichen, senden oder bezahlen soll; bei den anderen Angeboten gelten jeweils eigene Rechte und Freigaberegeln.
Wer schon Zugang hat
Für private Pro-Nutzer startet dots zunächst nicht im Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz oder Großbritannien; für Unternehmen gelten andere Zugangsregeln. Microsoft führt die neuen Bereiche überwiegend über frühe Vorschauen ein, Muse für kleine Unternehmen startet in den USA und Kanada, Team Bots als öffentliche Beta für Teams- und Enterprise-Kunden. Viele Ankündigungen sind damit noch keine Einladung, heute im DACH-Raum loszulegen; bei Microsoft wird längere agentische Arbeit zudem nach Nutzung abgerechnet.
Quellen: OpenAI, Microsoft, Meta: Muse, Meta: Enterprise Platform und xAI
🔐 Neue KI, neue Schutzfragen
Google stellt Gemini 4 Argon zunächst ausgewählten Teams für Cyberabwehr zur Verfügung. Unabhängig davon zeigt eine neue Anthropic-Untersuchung, wie sich Schutzmechanismen eines bereits verfügbaren chinesischen Modells umgehen lassen.
Google begrenzt den Zugang
Gemini 4 Argon soll anspruchsvolle Arbeit unterstützen und laut Google auch Sicherheitslücken finden und beheben können. Vorerst bekommen ausgewählte Cyberverteidiger Zugang, während Google Schutzmechanismen weiter erprobt. Ein breiterer Start für zahlende Kunden soll später folgen; einen verbindlichen Termin nennt die Ankündigung nicht.
Schutzregeln mit Lücken
Anthropic hat das seit August verfügbare Modell GLM-5.3 von Z.ai untersucht, dessen Modellgewichte öffentlich zugänglich sind. In Labortests entwickelte es Angriffsprogramme; in einer gesonderten Simulation ließen sich seine Schutzregeln durch veränderte Anweisungen oder eine angepasste Modellversion umgehen. Das sind Befunde aus der Untersuchung eines Wettbewerbers, keine Meldung über eine tatsächlich ausgeführte Angriffswelle.
Zusätzliche Kontrollen
Nvidia kündigt mit der Open Agent Safety Platform zusätzliche Kontrollen für den Betrieb von KI-Assistenten an. Software soll begrenzen, welche Dateien und Dienste sie nutzen dürfen; ein ergänzender Hardware-Wächter soll Grenzverletzungen erkennen und eingreifen. Das macht eine KI nicht fehlerfrei, begrenzt aber ihre Handlungsmöglichkeiten in dieser Umgebung; eine direkte Reaktion auf Googles oder Anthropics Veröffentlichungen ist nicht belegt.
Quellen: Google, Anthropic und Nvidia
👁️ Das Handy als Sehhilfe
Googles Guided Vision in Gemini Live beschreibt über die Smartphone-Kamera, was vor ihr zu sehen ist. Die Funktion wurde mit blinden und sehbehinderten Menschen entwickelt und wird seit 1. Oktober schrittweise eingeführt.
Lesen und Finden
Google nennt kleine Schrift auf Verpackungen, schlecht beleuchtete Speisekarten und das Finden von Gegenständen als Beispiele. Die KI beschreibt das Kamerabild und beantwortet gesprochene Rückfragen. Sie kann auch darum bitten, das Handy anders auszurichten, damit der gesuchte Gegenstand besser zu sehen ist.
Mit Betroffenen entwickelt
An der Entwicklung waren die Accessibility-Community und Aira beteiligt, ein Anbieter visueller Unterstützung für blinde und sehbehinderte Menschen. Nach Googles Angaben testeten mehr als 1.000 Personen aus Airas Testnetzwerk die Funktion. Guided Vision startet auf kompatiblen Geräten ab Android 9 dort, wo Gemini Live unterstützt wird, ist aber noch nicht auf jedem Konto freigeschaltet.
Nicht für Navigation
Google warnt ausdrücklich, dass Guided Vision Fehler machen kann. Die Funktion ist nicht für Navigation oder das Erkennen von Hindernissen gedacht und ersetzt keinen weißen Langstock. Ihr vorgesehener Nutzen liegt beim Lesen, Beschreiben und Suchen im unmittelbaren Umfeld, nicht beim sicheren Weg durch den Straßenverkehr.
Quellen: Google und Google Support
Was du sonst noch wissen solltest ...
🎥 KI oder Mensch? – Tavus zeigt Griffin-Lite: Laut eigener Studie hielten 48 % von 54 Teilnehmenden ihr KI-Gegenüber nach einem einminütigen Videogespräch für einen Menschen; vorerst haben nur ausgewählte Tester Zugang. Tavus
💸 GPT-6.1 Sol – Laut OpenAI kommt das neue Modell bei ausgewählten Arbeitsaufgaben nahe an Astra heran und kostet Entwickler über die Schnittstelle deutlich weniger. OpenAI
⚡ Claude Sonnet 5.5 – Das neue Modell soll laut Anthropic schneller antworten und Aufgaben günstiger erledigen, obwohl die Listenpreise pro verarbeiteter Textmenge gleich bleiben. Anthropic
🏛️ Washington benennt KI um – Trump ordnet die neue Bezeichnung für die US-Exekutive an, während große KI-Unternehmen freiwillige Sicherheitskontrollen zusagen. Weißes Haus · Accord als PDF
🧩 AMD will World Labs – Der Chipkonzern hat den Kauf von Fei-Fei Lis Unternehmen für KI in dreidimensionalen Welten vereinbart; der Abschluss steht noch aus. AMD
🎬 Runway testet Werbe-KI – Runway Ads soll Werbung erstellen, nach Freigabe veröffentlichen und anhand der Ergebnisse weiterentwickeln, zunächst für ausgewählte Unternehmenspartner. Runway
🎙️ Neue Sprach-KI – Microsoft, ElevenLabs und Inception veröffentlichen neue Bausteine für Sprachassistenten, die laut den Anbietern flüssigere Gespräche ermöglichen sollen. Microsoft · ElevenLabs · Inception
🔑 ChatGPT: Login und Pages – OpenAI ermöglicht die Anmeldung bei teilnehmenden Diensten mit dem ChatGPT-Konto und führt gemeinsame Dokumente namens Pages für Pro, Business und Enterprise ein. OpenAI
🏥 Grippeprognosen mit KI – Googles KI-Modell war bei Prognosen der Grippe-Klinikeinweisungen für die US-Saison 2025/26 das bestplatzierte einzelne Teammodell in der neuen CDC-Auswertung. CDC
🛰️ KI-Chips im All – Google meldet den Start und Kontakt zu einem Testsatelliten, der untersuchen soll, wie KI-Chips Strahlung und extreme Temperaturen im All verkraften. Google
📱 Instagram gibt Video-Tipps – In den USA rollt Instagram einen kostenlosen KI-Assistenten in Edits aus, der anhand der eigenen Kontodaten Tipps für Videos geben soll; die tägliche Nutzung ist begrenzt. Instagram
🛒 KI-Browser an der Kasse – Bei geeigneten Shopify-Checkouts können unterstützte KI-Browser den Einkauf nun auch mit Shop Pay abschließen, nachdem der Käufer bestätigt hat. Shopify
Empfehlung der Woche 💡
Daniel Ek: Fortschritt braucht Zeit
Spotify-Mitgründer Daniel Ek spricht im All-In Podcast über den Aufbau des Musikdienstes, sein Unternehmen Neko und die Rolle von KI. Dabei geht es auch darum, warum neue technische Möglichkeiten oft viel schneller entstehen, als sie im Alltag ankommen.
Tool der Woche 🧞♂️
Ideogram 4.5: Ändern statt neu machen
Ein Foto gefällt dir, nur die Farbe eines Gegenstands passt nicht? Ideogram 4.5 ist für solche gezielten Änderungen gedacht. Du lädst ein Bild hoch und beschreibst, was anders werden soll; der Rest des Motivs soll möglichst erhalten bleiben, auch bei mehreren Korrekturen hintereinander.